Krebsnachsorge
Tumor entfernt, doch die Gefahr bleibt. Seit langem lautet die Faustregel: Wer fünf Jahre krebsfrei ist, gilt als gesund.
Nutzen von Nachsorgeuntersuchungen:
- Sie können schneller einen Rückfall identifizieren, bevor sich dieser durch Beschwerden bemerkbar macht.
- Je früher die Erkennung, desto höher sind die Heilungschancen.
- Die Wirksamkeit der weiteren Therapie erhöht sich signifikant.
Mindestens oder ebenso wichtig ist aber die Lebensqualität. Ein Nachsorgeplan wird daher individuell gestaltet je nach Tumorart und Krankheitsstadium.
Als Ihre betreuende Ärztin unterstütze und begeleite ich Sie.
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Krebsnachsorge als einfühlsame Begleitung nach gynäkologischen Tumorerkrankungen
Die Krebsnachsorge ist ein zentraler Baustein der onkologischen Versorgung. Sie dient der frühzeitigen Erkennung von Rückfällen, der Behandlung von Folgebeschwerden und der psychosozialen Begleitung. In der Praxis Gruia bieten wir Nachsorgeuntersuchungen nach gynäkologischen Tumorerkrankungen (z. B. Brust-, Gebärmutterhals-, Gebärmutter- oder Eierstockkrebs) nach den aktuellen Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft und der DGGG an. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen, gestalten den Nachsorgeplan individuell und arbeiten, wenn gewünscht, eng mit Ihren behandelnden Onkolog:innen zusammen.
Ziele der Krebsnachsorge
Die Nachsorge verfolgt drei wesentliche Ziele: erstens die Früherkennung eines möglichen Rückfalls (Rezidiv) oder einer Zweiterkrankung, zweitens die Erfassung und Behandlung von Therapiefolgen (z. B. Wechseljahresbeschwerden nach onkologischer Therapie, Lymphödem, sexuelle Beschwerden), drittens die psychosoziale Begleitung der Patientin und, wenn gewünscht, ihrer Angehörigen. Eine gute Nachsorge ist daher mehr als „nur” eine Untersuchung.
Was umfasst eine gynäkologische Nachsorgeuntersuchung?
Inhalt und Häufigkeit der Untersuchungen richten sich nach Tumorart, Stadium und individueller Situation. Üblich sind: ausführliches Gespräch (Anamnese zu Beschwerden, Wohlbefinden, neuen Symptomen), klinische Untersuchung, Vaginal- und ggf. Brust-Ultraschall, Pap-Abstrich, je nach Indikation Tumormarker und weiterführende Bildgebung. Häufigkeit und Dauer der Nachsorge folgen den S3-Leitlinien der jeweiligen Tumorentität.
Besondere Themen nach Brustkrebs
Nach einer Brustkrebserkrankung beraten wir Sie u. a. zu hormontherapeutischen Folgeerscheinungen (z. B. unter antihormoneller Therapie), zu Wechseljahresbeschwerden, Knochengesundheit, sexueller Gesundheit und Lebensqualität. Hormontherapien werden bei hormonsensiblen Tumoren in aller Regel nicht angewendet. Wir besprechen mit Ihnen individuell, welche unterstützenden Optionen (z. B. nicht-hormonelle Therapien, Lebensstilanpassung) infrage kommen.
Ganzheitliche Begleitung
Wir verstehen Krebsnachsorge als ganzheitliche Begleitung: körperlich, psychisch und sozial. Bei Bedarf empfehlen wir Anschlussangebote, z. B. spezialisierte Reha-Maßnahmen, psychoonkologische Unterstützung oder Selbsthilfegruppen. Ernährungs- und Bewegungsberatung kann die Lebensqualität nach onkologischer Therapie spürbar verbessern.
Häufige Fragen
Wie häufig sind Nachsorgeuntersuchungen?
In den ersten drei Jahren nach Therapieabschluss sind Untersuchungen meist alle drei bis sechs Monate empfohlen, danach in größeren Abständen. Die genaue Frequenz richtet sich nach Tumorart und individueller Situation.
Werden die Kosten der Nachsorge übernommen?
Ja. Strukturierte Nachsorgeuntersuchungen nach Tumortherapie sind Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.
Kann ich nach einer Krebserkrankung bioidentische Hormone bekommen?
Bei hormonsensitiven Tumoren ist eine Hormontherapie in aller Regel kontraindiziert. Wir besprechen mit Ihnen Alternativen (z. B. nicht-hormonelle Behandlungen von Wechseljahresbeschwerden) und stimmen uns mit Ihrer onkologischen Behandlung ab.
Quellen: S3-Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft (Mamma-, Endometrium-, Zervix-, Ovarialkarzinom, über AWMF abrufbar), DGGG-Empfehlungen, Leitlinienprogramm Onkologie.

Mihaela N. Gruia
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Schwerpunkte: Bioidentische Hormontherapie, Darmgesundheit und ganzheitliche Frauenheilkunde. Mehr über Mihaela N. Gruia