Was ist Brustultraschall?
Brustultraschall ist eine Untersuchung, bei der die gesamte Brust mit Ultraschall durchgemustert wird, um kleinste Gewebsveränderungen sehr früh zu entdecken oder tastbare Befunde abzuklären.
Ultraschall ist ein Schnittbild-Verfahren. (Stellen Sie sich bitte die Schnittfläche einer Tomate vor – das ist ein Schnittbild)
Wozu Brustultraschall?
Brustultraschall kann Knoten entdecken, lange bevor sie tastbar sind.
Damit ist oft eine Heilung möglich und die Behandlung ist weniger aggressiv (z.B. keine Chemotherapie erforderlich)
Bei manchen Frauen ist das Gewebe so dicht, dass es in einer Röntgen-Mammographie insgesamt hell erscheint und Knoten sehr schlecht abgrenzbar sind.
Beim Ultraschall besteht dieses Problem nicht. Jeder dritte (!!) Brustkrebs tritt bei einer Frau unter 50 Jahren auf.
Deshalb ist der Brustultraschall heute mindestens genauso wichtig wie die Mammographie.
Brustultraschall (Mammasonografie) als sanfte Diagnostik in der Brustkrebsvorsorge
Der Brustultraschall (Mammasonografie) ist eine schmerz- und strahlungsfreie Untersuchung, die das Brustgewebe in hoher Auflösung darstellt. In der Praxis Gruia setzen wir ihn als Ergänzung zur Tastuntersuchung und ab 50 Jahren zur Mammografie ein. Besonders bei dichtem Brustgewebe, das in der Mammografie schwerer zu beurteilen ist, kann der Ultraschall zusätzliche Sicherheit bringen. Die Methode wird in den DGGG/AWMF-Leitlinien zur Brustkrebsfrüherkennung empfohlen und ergänzt das organisierte Mammografie-Screening sinnvoll.
Wann ist ein Brustultraschall sinnvoll?
Empfohlen wird die Mammasonografie u. a. in folgenden Situationen:
- Junge Frauen mit dichtem Brustgewebe, bei denen die Mammografie weniger aussagekräftig ist
- Bei tastbaren Knoten oder Beschwerden als ergänzende Diagnostik
- In Schwangerschaft und Stillzeit, in denen eine Mammografie meist nicht eingesetzt wird
- Im Rahmen der Brustkrebs-Nachsorge
- Bei familiär erhöhtem Brustkrebsrisiko als Bestandteil eines individuellen Vorsorgeplans
- Bei unklaren Befunden in der Mammografie zur weiterführenden Abklärung
Wie läuft die Untersuchung ab?
Sie liegen entspannt auf dem Untersuchungsstuhl oder einer Liege. Die Brust wird mit einem Kontaktgel benetzt, anschließend wird der Ultraschallkopf systematisch über das Gewebe geführt. Die Untersuchung ist meist schmerzfrei und dauert in der Regel 10 bis 20 Minuten. Beide Brüste und die zugehörigen Lymphknotenregionen werden beurteilt. Im Anschluss besprechen wir den Befund direkt mit Ihnen.
Was zeigt der Brustultraschall?
Der Ultraschall ermöglicht die Beurteilung von Drüsengewebe, Zysten, Knoten und Auffälligkeiten. Mit ihm lassen sich häufig Zysten (flüssigkeitsgefüllt) sicher von Knoten (gewebsdicht) abgrenzen. Bei auffälligen Befunden können weiterführende Maßnahmen wie eine Mammografie, ein MRT der Brust oder eine Gewebeprobe (Biopsie) sinnvoll sein. Wir besprechen das gemeinsam und überweisen wenn nötig an spezialisierte Zentren.
Brustultraschall ergänzt andere Verfahren, ersetzt sie aber nicht
Wichtig zu wissen: Brustultraschall, Mammografie und MRT haben jeweils eigene Stärken. In der Vorsorge ab 50 Jahren bleibt die Mammografie das zentrale Screening-Verfahren des organisierten Programms. Der Ultraschall ergänzt, insbesondere bei dichtem Brustgewebe oder bei jüngeren Frauen mit Beschwerden. Für die individuelle Abwägung beraten wir Sie persönlich.
Häufige Fragen
Werden die Kosten des Brustultraschalls übernommen?
Bei medizinischer Indikation (z. B. tastbarer Knoten, Beschwerden, Nachsorge) übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Im Rahmen der reinen Vorsorge (ohne konkreten Verdacht) ist die Mammasonografie häufig eine individuelle Gesundheitsleistung. Wir informieren Sie vorab transparent.
Ab welchem Alter sollte man Brustultraschall machen?
Es gibt kein festes „Mindestalter”. Bei tastbaren Knoten oder Beschwerden wird die Untersuchung in jedem Alter eingesetzt. Als Vorsorgeergänzung ist sie insbesondere für Frauen mit dichtem Brustgewebe oder familiärem Risiko sinnvoll. Wir beraten Sie individuell.
Ist Brustultraschall in Schwangerschaft und Stillzeit möglich?
Ja, der Ultraschall ist in Schwangerschaft und Stillzeit eine sichere und gut geeignete Methode, um Brustbeschwerden abzuklären.
Quellen: DGGG/AWMF S3-Leitlinie zum Mammakarzinom „Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge” (032-045OL), DEGUM-Empfehlungen zur Mammasonografie.

Mihaela N. Gruia
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Schwerpunkte: Bioidentische Hormontherapie, Darmgesundheit und ganzheitliche Frauenheilkunde. Mehr über Mihaela N. Gruia